Hilfsangebote für Kinder (und Eltern)

Über das Kinder- und Jugendhilfegesetz gibt es verschiedene Möglichkeiten der Hilfe für Kinder und ihre Familien. Es bedarf einer gründlichen fachlichen Klärung und Einordnung in den genannten Stellen, welche Hilfen im Einzelfall angezeigt und notwendig sind. Häufig arbeiten in Fällen von Gewalt gegen Kinder auch mehrere Einrichtungen und Fachleute zusammen. Bei allen Aktivitäten müssen die Rechte, Interessen und Bedürfnisse des Kindes handlungsleitend sein. Das primäre Ziel ist der Schutz des Kindes vor weiterer Gewalt und/oder Vernachlässigung. Je nach Alter und Entwicklungsstand ist das Kind in die Planung weiterer Hilfen und Maßnahmen einzubeziehen.

Entscheidend für die Hilfeplanung sind die Gefährdung und Schädigung des Kindes, seine Entwicklungsprognose und seine Ressourcen, die Veränderungsbereitschaft und Motivation der Eltern zur Annahme von Hilfe in einem angemessenen Zeitraum sowie zur Verfügung stehende Unterstützung des Kindes durch andere Familienmitglieder. Da die Familie der primäre Entwicklungs- und Erfahrungsort für Kinder ist, muss geklärt werden, ob und mit welchen Möglichkeiten die Eltern ihre Erziehungsverantwortung wahrnehmen können. Soweit es der Schutz des Kindes im Einzelfall zulässt, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig für das Kind.

Beraterische und therapeutische Angebote für das Mädchen oder den Jungen zur Verarbeitung der Gewalterfahrungen, Therapieangebote für Missbraucher oder misshandelnde Eltern, weitere Unterstützungsleistungen für die Familie, (vorübergehende) Fremdunterbringung des Kindes in einem Heim bzw. einer Pflegefamilie oder auch familiengerichtliche Schritte sind einige der möglichen Maßnahmen.

Grundsätzlich gibt es nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz auch für Kinder die Möglichkeit der anonymen Beratung, sollten die eigenen Eltern die Schädiger sein. Schließlich gibt es in jeder Stadt Notunterbringungen, sollten Kinder keinesfalls mehr nach Hause zu ihrer Familie wollen.

Im Rahmen der Hilfeplanung ist ebenfalls zu prüfen, ob die Gewalttaten zur Anzeige gebracht werden sollten. Da Strafprozesse für Kinder häufig eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen, muss diese Frage für und mit dem einzelnen Kind entschieden werden. Auch wollen Mädchen und Jungen aufgrund ihrer loyalen Gefühle nicht in jedem Fall die Täter/innen bestraft sehen, vor allem dann nicht, wenn diese aus der eigenen Familie stammen. Kinder brauchen vor allem die Verantwortungsübernahme der Erwachsenen für das Geschehene. Darüber hinaus sind beispielsweise beim sexuellen Missbrauch die Verjährungsfristen sehr lang, so dass eine Anzeige auch viel später noch gestellt werden kann.

Kinder, die von Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellem Missbrauch betroffen sind, brauchen aufmerksame Erwachsene, die ihre Situation erkennen, ihnen Unterstützung geben und ihnen weitere Hilfen vermitteln.

Kinder können sich aufgrund ihrer Abhängigkeit häufig nicht alleine aus gewalttätigen Familienbeziehungen lösen. Hinzu kommt, dass das Risiko, Konflikte selber gewaltsam zu lösen, für die Mädchen und Jungen steigt, die Opfer von Gewalt geworden sind. Deshalb ist es wichtig, Gewalterfahrungen angemessen aufzuarbeiten und andere Konfliktlösungsstrategien zu erlernen. Es ist gut, dass das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung seit 2000 Wirklichkeit ist.

Zur Durchsetzung dieses Kinderrechts sind wir Erwachsenen in der Verantwortung.

Trauma-Ambulanzen NRW

Nach einer Gewalttat sind Opfer häufig traumatisiert. Viele leiden unter Schlafstörungen, Alpträumen und Ängsten. Betroffene benötigen schnelle, psychologische Hilfe. Trauma-Ambulanzen sind im Umgang mit seelischen Verletzungen besonders erfahren. Opfer von Gewalttaten (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) erhalten hier umgehend Beratung und therapeutische Betreuung.

Die Kontaktdaten der Trauma-Ambulanzen finden Sie hier

Der WEISSE RING - Opferhilfe in Deutschland

Der WEISSE RING hilft überall in Deutschland Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind und kümmert sich auch um die Angehörigen. Der gemeinnützige Verein tritt öffentlich für die Interessen der Betroffenen ein und unterstützt den Vorbeugungsgedanken.

Der WEISSE RING kümmert sich auch um Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs. Speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen als besondere Anlaufstellen deutschlandweit zur Verfügung. Die Kontaktdaten dieser speziellen Berater können im Internet unter www.weisser-ring.de unmittelbar abgerufen werden.

Auch das Opfer-Telefon 116 006 vermittelt täglich von 7 bis 22 Uhr den direkten Kontakt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1976 hat der WEISSE RING als einzige bundesweit tätige Opferhilfsorganisation ein flächendeckendes Hilfsnetz für in Not geratene Kriminalitätsopfer aufgebaut. Geschädigte können sich an mehr als 3.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in 420 Außenstellen an den WEISSEN RING wenden. Unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Staatsangehörigkeit und politischer Überzeugung erhalten Opfer von Kriminalität schnelle direkte Hilfe. Der Weiße Ring ist sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe und des Opferschutzes.

Weitere Informationen

Beratung sexueller Missbrauch

Fonds Heimerziehung

Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975

In der Zeit von 1949 bis 1975 lebten etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche in Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik Deutschland. Der Heimaufenthalt vieler ehemaliger Heimkinder war vielfach von traumatisierenden Lebens- und Erziehungsverhältnissen geprägt. Wem während der Heimunterbringung im vorgenannten Zeitraum in der Bundesrepublik Deutschland Unrecht und Leid zugefügt wurde, das heute noch zu Beeinträchtigungen führt, dem kann nun Unterstützung gewährt werden. Aus einer Übereinkunft von Bund, westdeutschen Bundesländern und Kirchen (Errichter des Fonds "Heimerziehung West") ist der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ hervorgegangen, der zum 1. Januar 2012 errichtet wurde.

Bis zum 31. Dezember 2014 können betroffene ehemalige Heimkinder mit der zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle Vereinbarungen über Leistungen aus dem Fonds Heimerziehung schließen.

Angebote für Betroffene

Kontakt auch über die kostenfreie Telefonnummer:

0800–1004900

Mo: 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Di, Mi, Fr: 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr

So: 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Beratungssuche

Kontaktformular 

Kein Täter werden

Anonymes, bundesweites Behandlungsangebot

Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet ein an allen Standorten kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und deshalb therapeutische Hilfe suchen. Im Rahmen der Therapie erhalten die betroffenen Personen Unterstützung, um sexuelle Übergriffe durch direkten körperlichen Kontakt oder indirekt durch den Konsum oder die Herstellung von Missbrauchsabbildungen im Internet (sogenannte Kinderpornografie) zu verhindern.

Flächendeckendes Therapieangebot

Das Projekt startete im Jahre 2005 in Berlin. Mittlerweile gibt es Standorte in Kiel, Hamburg, Hannover, Leipzig, Regensburg und Stralsund. Weitere Anlaufstellen sind geplant. Alle Standorte haben sich zu einem Präventionsnetzwerk mit gemeinsamen Qualitätsstandards zusammengeschlossen. Ziel ist es, ein bundesweites, flächendeckendes therapeutisches Angebot zu etablieren.

Standortsuche und Kontaktaufnahme

Informationen zum Angebot des Präventionsnetzwerkes, zu Forschungsergebnissen, aktuellen Meldungen und Pressinformationen funktioniert über die Hauptnavigation dieser Seite www.kein-taeter-werden.de. Regionale und institutionsspezifische Zusatzinformationen zu den Ambulanzen des Netzwerkes können über die Deutschlandkarte oder über die Anwahl der Standorte in der Fußzeile dieser Seite abgerufen werden. Über das Kontaktformular in der Kopfzeile geht es zu den Ambulanzen.

Weitere Informationen