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Kinderschutz in der Pflegekinderhilfe

Zielsetzung des Projekts

Die Integration eines Pflegekindes in eine Pflegefamilie ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Da die Kinder überwiegend aus Familien mit komplexen Belastungssituationen kommen, möchten Pflege-eltern und Fachdienste den Kindern ein gutes Aufwachsen ermöglichen. Pflegeeltern brauchen dazu genügend Unterstützung durch die Fachkräfte der Pflegekinderdienste, um die Herausforderungen bewältigen zu können. Gleichwohl muss der Blick sowohl in der Fachdiskussion als auch in den Familien darauf gerichtet werden, dass es in Pflegefamilien zu Vernachlässigung und Misshandlung kommen kann. Deshalb wird in diesem Projekt der Fragestellung nachgegangen, ob sich in dem Interaktionsdreieck Pflegekind – Pflegeeltern – Pflegekinderdienst Rahmenbedingungen identifizieren lassen, die den Kinderschutz von Kindern in Pflegefamilien unterstützen. Ziel des Praxisforschungsprojektes ist es, Hinweise zu einem gelingenden Kinderschutz im Pflegekinderwesen zu erarbeiten.

Vorgehen

Im Rahmen dieses Projektes - insbesondere auch vor dem Hintergrund der rudimentären Forschungslage - wurden verschiedene methodische Herangehensweisen gewählt. Neben qualitativen Interviews mit Pflegeeltern zu Herausforderungen und Unterstützungsbedarfen wurde ein Expertenworkshop mit Fachleuten aus den Bereichen Kinderschutz und Pflegekinderhilfe veranstaltet und erste Rahmenbedingungen zur Unterstützung des Kinderschutzes in Pflegefamilien erarbeitet. Es wurden drei zentrale Säulen herausgearbeitet, die wesentlich zu einem Gelingen der Pflegeverhältnisse beitragen und den Kinderschutz in Pflegefamilien unterstützen: die Auswahl und Vorbereitung der Pflegeeltern, die Begleitung und Beratung der Pflegeeltern und die Begleitung der Pflegekinder. Im Anschluss daran wurden leitfadengestützte Interviews mit Fachkräften der Pflegekinderdienste geführt. Durch die Auswertung der Interviews konnten diese drei Säulen in deren professionellen Handeln konkretisiert werden. Darüber hinaus konnten weitere Aspekte wie die Einbindung der Herkunftsfamilie und die des Vormundes sowie die Kooperation aller Beteiligten als bedeutsame Säulen für den Kinderschutz festgehalten werden.

Veröffentlichung der Ergebnisse

Die Gesamtergebnisse wurden im Rahmen der vom Institut für soziale Arbeit e.V. herausgegebenen Reihe „Soziale Praxis“ unter dem Titel „Kinderschutz in der Pflegekinderhilfe – Bedeutung und Herausforderungen für die Fremdpflege und die Verwandtenpflege“ im Waxmann Verlag veröffentlicht (Althoff/Hilke).

Monika Althoff,  Maren Hilke

Kinderschutz in der Pflegekinderhilfe
Bedeutung und Herausforderungen für die Fremdpflege und die Verwandtenpflege

2016,  Soziale Praxis, 
134 Seiten,  broschiert, 
19,90 €, 
ISBN 978-3-8309-3370-0

Weitere Informationen

Ansprechpersonen im ISA:

Monika Althoff
0251/20 07 99-45
monika.althoff[at]isa-muenster[dot]de

Maren Hilke
0211/8 37 23-82
maren.hilke[at]isa-muenster[dot]de