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Untersuchung der Wirksamkeit der Fachberatung durch die Kinderschutzfachkraft gemäß § 8a SGB VIII im Rahmen einer explorativen qualitativen Studie

2005 wurde § 8a ins SGB VIII aufgenommen. § 8a (4) SGB VIII betont insbesondere die Verantwortungsgemeinschaft zwischen öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und begründet einen Verfahrensablauf, wie Einrichtungen und Institutionen unter Einbeziehung der Kinder, Jugendlichen und Eltern im Sinne einer Gefährdungsabwendung bei dem Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung zusammenarbeiten sollen. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet hierbei die Hinzuziehung der „insoweit erfahrenen Fachkraft“ bzw. der „Kinderschutzfachkraft“, welche freie Träger bei der Ab- und Einschätzung eines Gefährdungsrisikos unterstützen soll. Der Gesetzgeber verfolgte mit der Einführung der „insoweit erfahrenen Fachkraft“ bzw. der „Kinderschutzfachkraft“ die Idee, die Qualität der Kinderschutzpraxis und hier vor allem der Gefährdungseinschätzung bei dem Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bei den freien Trägern zu stärken.

Ob die Fachberatung durch die Kinderschutzfachkraft gemäß § 8a SGB VIII wirksam ist, soll mit einer qualitativen Studie im Bereich der Kindertageseinrichtungen und Familienzentren erforscht werden.

Folgende Fragen stehen im Fokus der explorativen qualitativen Studie:

  • Kann die Fachberatung durch Kinderschutzfachkräfte zur Qualität von Gefährdungseinschätzungen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung beitragen?

  • Welche Rahmenbedingungen dieser Fachberatung wirken sich positiv auf den wirksamen Schutz von Kindern aus?

  • Lassen sich bestimmte von der Kinderschutzfachkraft eingebrachte Kompetenzen identifizieren, die für die Qualität der Beratung förderlich erlebt werden?

  • Kann durch eine qualifizierte Beratung eine bestehende Kindeswohlgefährdung abgewendet werden? (z. B. durch „Coaching“ der Fachkräfte für Eltern- und Kinderbeteiligung, durch Moderation einer „Fallverständigung“ im Hilfesystem, durch Verfahrenssicherheit, durch verbindliche Absprachen und geteilte Verantwortung im Schutzplan)?

  • Welche Einsichten ergeben sich daraus für die Qualifizierung und die Rollenentwicklung der Kinderschutzfachkräfte?

Zur Durchführung der Studie sind leitfadengestützte Interviews mit Fach- und Leitungskräften aus insgesamt 24 Kindertageseinrichtungen/ Familienzentren unterschiedlicher Trägerschaft vorgesehen. Folgend sollen die Ergebnisse der Interviews in einer Expertenrunde mit Fachleuten aus der Wissenschaft und Praxis des Kinderschutzes diskutiert sowie Empfehlungen für gelungene Rahmenbedingungen einer Fachberatung nach § 8a SGB VIII und einzubringende Kompetenzen der „Kinderschutzfachkraft entwickelt werden.

Haben Sie Erfahrungen mit Kinderschutzfachkräften gemacht und Interesse daran, an der Studie teilzunehmen. Hier bekommen Sie nähere Informationen dazu.