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Dienstag 21.November 2017

Rörig fordert wirksamen Kinderschutz im Internet

Johannes-Wilhelm Rörig fordert die künftige Bundesregierung und die Internet-Unternehmen auf, jetzt konsequent gegen sexuelle Übergriffe in der digitalen Welt einzuschreiten. Der Unabhängige Beauftrage für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs betont, dass der Kinder- und Jugendschutz dringend an die digitale Welt angepasst werden müsse.

"95 Prozent der Mädchen und Jungen ab 12 Jahre besitzen ein internetfähiges Smartphone“, so Rörig. „Sie bewegen sich permanent und selbstverständlich im digitalen Raum. Hierbei erleiden immer mehr Minderjährige sexuelle Übergriffe durch Cybergrooming, durch die Erpressung und Bloßstellung im Zusammenhang mit Sexting oder durch die ungewollte Konfrontation mit Pornografie.“

Kinderschutz sei eine staatliche Pflichtaufgabe. Die Bundesregierung sollte auch bei den großen Internet-Unternehmen nachdrücklich darauf hinwirken, dass für den digitalen Raum Konzepte und weitere Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger vor sexueller Gewalt entwickelt werden, so Rörig. Gleichzeitig seien aber auch die Unternehmen selbst in der Verantwortung. Das technische Knowhow und die finanziellen Ressourcen seien vorhanden, diesen Schutz zu gewährleisten.

„Ich fordere zum Beispiel wirksamere Zugangsbeschränkungen, realistische Alterskennzeichnungen, leicht sichtbare und auch barrierefreie Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, wirksamere Identifikationsverfahren und kinderschutzgerechte Grundkonfigurationen“, sagte Rörig anlässlich des Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ am 18. November.

Quelle: Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Zum Thema "Sexualisierte Gewalt im Internet" hat kinderschutz-in-nrw.de ein Interview mit dem Kriminalhauptkommissar Hans Jürgen Hülsbeck geführt. Er ist im Dezernat für Kriminalprävention und Opferschutz des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen tätig.