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Betroffene von sexualisierter Gewalt im Sport gesucht

Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs nimmt sexualisierte Gewalt im Sport besonders in den Blick.

Sexuelle Gewalt geschieht in allen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen: in der Familie, in Institutionen, in der Freizeit und auch beim Sport. Sexueller Kindesmissbrauch im Sport ist bisher noch besonders stark tabuisiert. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ruft erwachsene Betroffene auf, in geschütztem Rahmen zu berichten.

Durch die Tabuisierung sexueller Gewalt beim Sport fehlt es an Wissen, welche Bedingungen und Strukturen in diesem Bereich Missbrauch in der Vergangenheit ermöglicht oder begünstigt haben, warum sich Kinder nicht anvertraut haben oder wenn doch, warum ihnen nicht geholfen wurde und was Aufarbeitung bisher verhindert hat.

Prof. Dr. Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission, verweist auf Berichte einzelner Betroffener von sexuellem Kindesmissbrauch beim Sport, die im Rahmen vertraulicher Anhörungen und schriftlicher Berichte gegenüber der Kommission entstanden: „Diese Zeugnisse und auch Medienberichte aus den vergangenen Jahren weisen darauf hin, dass es hier einer unabhängigen Aufarbeitung bedarf, die in den Strukturen des Freizeit- und Leistungssports bisher noch nicht ausreichend vorgesehen ist. Gleichzeitig wird berichtet, dass es ehemalige Sportlerinnen und Sportler große Überwindung kostet, über sexualisierte Gewalt zu sprechen.“

Die Kommission möchte weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen, damit Kinder und Jugendliche in Zukunft besser geschützt werden können. Darum ruft sie erwachsene Betroffene auf, die in Kindheit und Jugend sexueller Gewalt beim Freizeit-, Breiten- und Leistungssport sowie beim Schulsport ausgesetzt waren, von ihren Erfahrungen zu berichten. Die Kommission bietet dafür einen geschützten Rahmen in Form von vertraulichen Anhörungen oder von schriftlichen Berichten. Informationen zum Aufruf erhalten Interessierte unter www.aufarbeitungskommission.de/sport oder telefonisch unter 0800 40 300 40 (kostenfrei und anonym).

Quelle: Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauch; Pressemitteilung vom 06.05.2019

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