Blickwechsel

Im Projekt „Blickwechsel“(2024 bis voraussichtlich 2027) untersuchen wir die aktuelle Beteiligungspraxis, förderliche und hemmende Faktoren sowie Entwicklungsmöglichkeiten und -erfordernisse der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im intervenierenden Kinderschutz.

Im bisherigen Projektverlauf hat sich herausgestellt, dass neben mangelnden Ressourcen (z. B. Zeit, Raum, Material) vor allem Unsicherheiten in der Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen die Beteiligung in der Praxis hemmen:

  • Wie kann ein Gespräch über sensible Themen wie Gewalterfahrungen aussehen?
  • Was tun, wenn der junge Mensch etwas möchte, das dem Schutzauftrag der Fachkraft widerspricht?
  • Was kann und darf der junge Mensch entscheiden?
  • Welche Methoden sind empfehlenswert?

Praxisleitfaden entwickelt
Um Wissen zu diesen Fragen in die Breite zu tragen, wurde als erstes Zwischenergebnis des Projektes 2025 ein Leitfaden entwickelt, der kostenfrei als Download verfügbar ist: „Gespräche führen im Kinderschutz. Praxisleitfaden zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“

Der Leitfaden wendet sich nicht nur an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, sondern auch an weitere Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, z. B. Berufsgeheimnisträger*innen. Denn: Ein junger Mensch entscheidet nicht nach Berufsgruppe, wem er sich anvertraut.

Außerdem wurde im Zuge des Projektes bislang untersucht, welche Rolle Benachteiligungsfaktoren (Beeinträchtigung, chronische Krankheit, Migrations- oder Fluchtgeschichte, Armut) im Kontext der Beteiligung in Kinderschutzverfahren spielen.

Dazu gaben uns Fachkräfte die Rückmeldung, dass insbesondere die Faktoren Beeinträchtigung, chronische Krankheit und Migrations- oder Fluchtgeschichte als Herausforderung bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen angesehen werden.

Das wesentlichste Hemmnis hierbei sind Kommunikationsbarrieren:

  • Wie kann damit umgegangen werden, wenn ein Kind sich (noch) nicht verbal oder lautsprachlich ausdrücken kann?
  • Was tun, wenn Reden, Erzählen, Aushandeln mit Worten erschwert ist?

Diesen Fragen widmet sich das Projekt seit 2025.

Grundlage des Projektes sind Recherchen und Interviews mit Fachkräften und Selbstvertretungen von Kindern und Jugendlichen sowie die punktuelle Durchführung von weiteren Formaten der Kinder- und Jugendbeteiligung.